Vortrag und Diskussion mit Karl Pfeifer, Wien

Wann: Fr., 29.11.2013, Beginn 19 Uhr
Wo: Lichtmess-Kino
Gaußstraße 25
22765 Hamburg


Karl Pfeifer (© fotovonzinner.com)

Seit dem Regierungswechsel von der sozialdemokratischen Partei (MSZP) zur rechten Fidesz-KDNP von Ministerpräsident Viktor Orbán 2010 ist in Ungarn Ethnonationalismus zunehmend strukturierendes Moment der offiziellen Politik geworden. Während auf dem Gebiet der Politik die Fidesz-KDNP mit der rechtsextremistischen Jobbik-Partei konkurriert, gibt es weitgehende ideologische Übereinstimmung zwischen den beiden Parteien. Die Regierung versucht, sich im Ausland als „Beschützer der Juden“ und „Förderer der Roma“ darzustellen, während sie im Inland oft gemeinsame völkische Sache mit Jobbik macht bzw. deren Vorschläge verwirklicht. Einige regierungsnahe Medien betreiben offene rassistische Hetze.

Neonazibanden können in Ungarn in dicht von Roma bewohnten Orten unbehelligt aufmarschieren und deren BewohnerInnen bedrohen und schikanieren. Direkte Angriffe auf Jüdinnen und Juden, etwa die Forderung nach einer Auflistung aller jüdischen Abgeordneten im Parlament, nehmen genauso zu wie antizionistische Ausfälle gegen Israel. In der Wirtschaftspolitik wird eine regressive Nationalisierungsstrategie verfolgt, die mithilfe antisemitischer Töne Stimmung gegen „das Finanzkapital“ macht. Währenddessen geht Orbáns Regierung gegen die Armen der Gesellschaft, insbesondere gegen Obdachlose und Roma, vor.

Der Journalist Karl Pfeifer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Wiedererstarken von Antisemitismus und Antiziganismus in Europa. In Wien gehört er dem Kuratorium des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW) an und recherchiert dort zu neonazistischen Bewegungen. Er war jahrelang Redakteur der „Gemeinde“, des Organs der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, und Korrespondent des israelischen Radios. Im Frühjahr 2013 veröffentlichte er sein autobiografisches Buch „Einmal Palästina und zurück“, das am 30. November in Hamburg vorgestellt wird.

Auf dieser Veranstaltung wird Karl Pfeifer ausführlich über den Charakter des aktuellen ungarischen Antisemitismus und Antiziganismus berichten und diese in die Gesamtentwicklung einordnen.

Freitag, 29. November, 19 Uhr, Lichtmess, Gaußstraße 25, Hamburg

Im Frühjahr 2013 veröffentlichte Karl Pfeifer sein autobiografisches Buch „Einmal Palästina und zurück“, das am 30. November um 19 Uhr im Golem (Große Elbstraße 14, Hamburg) vorgestellt wird.

Eine Veranstaltung der Assoziation gegen faschistische Verhältnisse
Gefördert durch die www.amadeu-antonio-stiftung.de


1 Antwort auf „Vortrag und Diskussion mit Karl Pfeifer, Wien“


  1. 1 Administrator 18. Oktober 2013 um 10:50 Uhr

    Zum Thema Antiziganismus in Ungarn zeigt das Abaton im Dezember den Film Just the Wind.
    Termine: Sonntag, den 1. Dezember um 11.00 mit Gästen und anschließendem Gespräch und nochmal am Samstag, den 7. Dezember um 13.00.

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