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»Immer wieder Ungarn –

Autobiographische Notizen, Nationalismus und Antisemitismus in der politischen Kultur Ungarns«

Lesung und Gespräch mit Karl Pfeifer
Donnerstag, 17.11.2016 im Golem

Karl Pfeifer

Karl Pfeifer, geboren 1928, flüchtete 1938 mit seinen Eltern nach Ungarn, im Alter von 14 Jahren gelang ihm die Auswanderung nach Palästina, wo er nach einer Ausbildung im Kibbuz im Unabhängigkeitskrieg kämpfte. 1951 kehrte er nach Europa zurück und arbeitete seit 1979 als Journalist in Wien.
Karl Pfeifer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Wiedererstarken von Antisemitismus und Antiziganismus in Europa. In Wien gehört er dem Kuratorium des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW) an und recherchiert dort zu neonazistischen Bewegungen. Er war jahrelang Redakteur der „Gemeinde“, des Organs der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, und Korrespondent des israelischen Radios.
Karl Pfeifer veröffentlichte 2013 seine Autobiografie »Einmal Palästina und zurück«. In ihr schilderte er die Jahre von seiner Geburt 1928 in Baden bei Wien bis zu seiner Rückkehr nach Österreich 1951. In seinem neuen Buch »Immer wieder Ungarn« berichtet er über die wechselhaften Beziehungen zu Ungarn, dem Heimatland seiner Eltern, beschreibt aber auch den totalen Mangel an »Willkommenskultur« für jüdische Rückkehrer in Österreich.
1979 traf er zufällig einige Mitglieder der demokratischen Opposition in Ungarn und konnte seine Artikel über Ungarn in der sozialdemokratischen Arbeiterzeitung (AZ) unter dem Pseudonym Peter Koroly veröffentlichen. Doch sehr bald wusste das ungarische Innenministerium, wer sich hinter diesem Namen verbarg. Von 1980 bis 1987 folgten vier Ausweisungen. Nur durch den Einsatz österreichischer Diplomaten konnte er immer wieder nach Ungarn einreisen.
Seit 1989 und bis heute setzt sich Karl Pfeifer mit dem sich wieder laut artikulierenden Antisemitismus, mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auseinander. Im Buch findet sich eine Auswahl seiner Artikel von 1979 bis 2016, aus denen ersichtlich ist, dass er schon sehr früh auf die politischen Entwicklung, den Nationalismus und Antisemitismus in der politischen Kultur Ungarns hingewiesen hat.
Karl Pfeifer war zuletzt im Jahr 2013 u. A. Als Referent einer Veranstaltung über »Völkisches Krisenmanagement in Ungarn – Zur antisemitischen und antiziganistischen Entwicklung der ungarischen Gesellschaft« in Hamburg zu Gast. Wir freuen uns, dass er die Reise zu uns auf sich nimmt, um aus seinem neuen Buch zu lesen und zur aktuellen Lage in Ungarn zu sprechen!

Donnerstag 17.11.2016
Beginn: 20:00 (Einlass: 19:30)
Golem (Große Elbstraße 14, 22767 Hamburg)

Facebook: https://www.facebook.com/events/1777501412524224/

Eine Veranstaltung der Ungarn-Reihe
http://ungarnreihe.blogsport.de/
und den Untüchtigen
http://www.dieuntuechtigen.com/do-17-11-2016-immer-wieder-ungarn-lesung-und-gespraech-mit-karl-pfeifer/

Die Veranstaltung wird unterstützt von den Aktionswochen gegen
Antisemitismus 2016
.

Buch und Verlag:
Karl Pfeifer
Immer wieder Ungarn
Autobiographische Notizen,
Nationalismus und Antisemitismus
in der politischen Kultur Ungarns –
Texte 1979 bis 2016

155 Seiten | 14 Abbildungen
www.EditionCritic.de

Vortrag und Diskussion mit Karl Pfeifer, Wien

Wann: Fr., 29.11.2013, Beginn 19 Uhr
Wo: Lichtmess-Kino
Gaußstraße 25
22765 Hamburg


Karl Pfeifer (© fotovonzinner.com)

Seit dem Regierungswechsel von der sozialdemokratischen Partei (MSZP) zur rechten Fidesz-KDNP von Ministerpräsident Viktor Orbán 2010 ist in Ungarn Ethnonationalismus zunehmend strukturierendes Moment der offiziellen Politik geworden. Während auf dem Gebiet der Politik die Fidesz-KDNP mit der rechtsextremistischen Jobbik-Partei konkurriert, gibt es weitgehende ideologische Übereinstimmung zwischen den beiden Parteien. Die Regierung versucht, sich im Ausland als „Beschützer der Juden“ und „Förderer der Roma“ darzustellen, während sie im Inland oft gemeinsame völkische Sache mit Jobbik macht bzw. deren Vorschläge verwirklicht. Einige regierungsnahe Medien betreiben offene rassistische Hetze.

Neonazibanden können in Ungarn in dicht von Roma bewohnten Orten unbehelligt aufmarschieren und deren BewohnerInnen bedrohen und schikanieren. Direkte Angriffe auf Jüdinnen und Juden, etwa die Forderung nach einer Auflistung aller jüdischen Abgeordneten im Parlament, nehmen genauso zu wie antizionistische Ausfälle gegen Israel. In der Wirtschaftspolitik wird eine regressive Nationalisierungsstrategie verfolgt, die mithilfe antisemitischer Töne Stimmung gegen „das Finanzkapital“ macht. Währenddessen geht Orbáns Regierung gegen die Armen der Gesellschaft, insbesondere gegen Obdachlose und Roma, vor.

Der Journalist Karl Pfeifer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Wiedererstarken von Antisemitismus und Antiziganismus in Europa. In Wien gehört er dem Kuratorium des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW) an und recherchiert dort zu neonazistischen Bewegungen. Er war jahrelang Redakteur der „Gemeinde“, des Organs der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, und Korrespondent des israelischen Radios. Im Frühjahr 2013 veröffentlichte er sein autobiografisches Buch „Einmal Palästina und zurück“, das am 30. November in Hamburg vorgestellt wird.

Auf dieser Veranstaltung wird Karl Pfeifer ausführlich über den Charakter des aktuellen ungarischen Antisemitismus und Antiziganismus berichten und diese in die Gesamtentwicklung einordnen.

Freitag, 29. November, 19 Uhr, Lichtmess, Gaußstraße 25, Hamburg

Im Frühjahr 2013 veröffentlichte Karl Pfeifer sein autobiografisches Buch „Einmal Palästina und zurück“, das am 30. November um 19 Uhr im Golem (Große Elbstraße 14, Hamburg) vorgestellt wird.

Eine Veranstaltung der Assoziation gegen faschistische Verhältnisse
Gefördert durch die www.amadeu-antonio-stiftung.de